Camping mit Hund (1/2) – Die Vorbereitung

Ja, Camping mit Hund funktioniert – und das sogar sehr gut. Wir waren mittlerweile das vierte Jahr mit Maya und unserem Zelt unterwegs und können nur jedem Hundebesitzer dazu raten das einmal auszuprobieren. Es ist ein völlig anderes Urlaubserlebnis!

Wir möchten euch in einer kurzen Serie von unseren Erfahrungen berichten und euch ein paar Dinge mit auf den Weg geben, die für euch vielleicht nützlich sein dürften. In unserem ersten Teil geht es um die Vorbereitung eines solchen Urlaubs.

Wo geht’s hin? 

Grundsätzlich ist es total egal wo ihr euern Urlaub verbringt. Wir selbst sind aber kleine Nordlichter und lieben die Deutsche Küste. Uns stellte sich anfangs also die Frage: “Nord- oder Ostsee?”.

Persönliche Vorlieben müssen an dieser Stelle aber leider ausgeschaltet werden. Wer mit Hund/Hunden in den Campingurlaub fahren möchte, der braucht starke Nerven oder eine gute Empfehlung für einen Campingplatz. Denn “Hunde willkommen” heißt nicht immer, dass Hunde willkommen sind.

So eine Erfahrung haben wir mittlerweile mehrfach an der Nordsee gemacht. Scheinbar ist die Nordsee – bis auf wenige Orte – insgesamt eher hundeunfreundlich. Gott sei Dank haben wir aber in der Zwischenzeit auch “unseren” Campingplatz an der Ostsee gefunden und brauchen uns über die anderen Campingplätze (die übrigens groß mit “Hunde willkommen” geworben haben) an dieser Stelle nicht mehr aufregen.

Wir sind zum Gewohnheitstier geworden und waren dieses Jahr bereits zum dritten Mal auf dem selben Campingplatz an der Ostsee. Für Maya ist das mittlerweile fast ein zweites Zuhause geworden. Zwar stecken wir als Menschen dort ein kleines bisschen zurück und der Campingplatz erreicht nicht den allerhöchsten Sterne-Komfort (ist beim Zelten ohnehin überbewertet), jedoch hat man mit Hund alle Freiheiten, die man sich wünschen kann und trifft zum Großteil auf tiefenentspannte Camper.

Urlaub unter Gleichgesinnten

Wer an einen Ort kommt, wo viele Hunde/Hundehalter auf einander treffen, wird überrascht sein, wie Rücksichtsvoll man miteinander umgehen kann. Ja, das funktioniert in der heutigen Zeit tatsächlich noch! Wichtig ist uns daher, dass viele andere Urlauber auch Hundebesitzer sind.

Je mehr Hundebesitzer mit der gleichen Vorstellung von “entspanntem Urlaub”, desto besser. Wir wundern uns immer wieder, wie ruhig und harmonisch unsere Urlaube auf dem Campingplatz ablaufen, obwohl schätzungsweise 70 Prozent der Camper Hundebesitzer sind.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Masse sich selbst kontrolliert. Auch bei Hundehaltern ist das so: sie orientieren sich stark aneinander. Wer es beispielsweise von zu Hause gewohnt ist, die Hinterlassenschaften seines Hundes einfach liegen zu lassen und an einen Ort kommt, an dem überall Tütenspender stehen, die jeder andere nutzt, der wird sich sehr schnell anpassen, um nicht negativ aufzufallen und zum Außenseiter zu werden. So ist das auf unserem Campingplatz auch. Wer gängige Verhaltensregeln bricht, wird macht sich schnell zur Zielscheibe.

Planung ist alles!

Wichtig ist, dass ihr euch vorher bereits über den Ort schlau macht. Wenn ihr zum Beispiel Aktivitäten plant, bei denen euer Hund nicht mit kann, dann solltet ihr vorher bereits schauen wo eine Hundepension in der Nähe ist und ggf. schon einmal dort anfragen, was eine Tagesbetreuung kostet und euch ein Bild von der Tagesstätte und den Leistungen machen. Wichtig finden wir auch immer, dass wir bereits wissen wo ein Tierarzt vor Ort ist und wie man ihn im Ernstfall erreichen kann. Unerlässlich ist für uns auch, dass wir bereits vorher wissen, wo der nächste Fachhandel für Tierbedarf ist. Beim Campen nehmen wir aus Prinzip nur Futter für 1-2 Tage mit und kaufen vor Ort alle paar Tage frisch. Das spart Platz im Auto und im Zelt und wir brauchen keine Angst haben, dass die Nahrung bei 40 Grad im Zelt vergammelt.

Gesundheitscheck & Papiere

Vergewissert euch vor einem Urlaubsantritt, dass euer Hund gesund ist und alle notwendigen Impfungen hat – vor allem, falls ihr euch für einen Urlaub im Ausland entscheiden solltet. Sicherheitshalber solltet ihr immer den EU-Pass des Hundes bei euch haben. Wir empfehlen außerdem den Hund zu kennzeichnen, damit er schnell zu euch zurückgeführt werden kann, wenn er einmal “verloren geht”. Wir nutzen hierfür gerne unsere Petfindu Marken, die Maya beim Camping rund um die Uhr trägt.

Auslaufgebiete für Hunde

Nicht jeder andere Gast findet es akzeptabel, wenn ein Hund am Wegrand Pippi macht. Um Ärger aus dem Weg zu gehen, solltet ihr vorher per Internet oder spätestens am ersten Tag den Platz erkunden und abklären, wo euer Hund sich lösen kann. Zu wissen wo ihr hin müsst, wenn es dringend wird erspart unangenehme Blicke und Diskussionen. Auf unserem Lieblings-Campingplatz gibt es beispielsweise eine ausgewiesene Hundewiese und sogar einen kleinen Hundewanderweg. Perfekt!

Hunde an die Leine!

Aus Sicherheitsgründen sollte euer Hund auf dem gesamten Gelände – auch in eurer eigenen Parzelle – stets angeleint sein. Habt immer im Hinterkopf, dass auf einem Campingplatz nicht nur andere Hunde, sondern auch andere Menschen sind. Menschen, die vielleicht Angst vor Hunden haben oder kleine Kinder, die schnell mal zur potenziellen Gefahr für einen Hund werden und ihn bedrängen. Besser ist, wenn euer Hund auch in der eigenen Parzelle stets angeleint und unter Aufsicht ist. Hierfür gibt es spezielle Bodenhaken, die wir immer gerne nutzen. Müsst ihr euern Hund doch mal kurz alleine in eurer Parzelle zurücklassen, bittet Nachbarn ein Auge auf ihn zu werfen. So machen wir das zumindest immer…

Die wichtigsten Fakten noch einmal in der Übersicht:

  • Lasst ggf. einen Gesundheitscheck machen und überprüft ob euer Hund die notwendigen Impfungen hat. Den EU-Haustierpass solltet ihr im Urlaub auf jeden Fall dabei haben.
  • Sucht den Campingplatz mit Bedacht aus. “Hunde willkommen” bedeutet oft nur, dass Hunde auf einem Platz geduldet werden. Vertraut besser auf persönliche Empfehlungen von anderen Hundebesitzern.
  • Erkundigt euch vor einem Urlaub über die Gegebenheiten vor Ort:
    Tierarzt, Hundepension, Fachmarkt für Tierbedarf
  • Nutzt ausgewiesene Hundewiesen/Auslaufflächen und lasst euern Hund nicht überall hin machen. Plant den Weg zum Auslaufgebiet mit ein und übt euer Timing.
  • Hunde grundsätzlich an die Leine, sofern es keine anderen Absprachen und Regeln seitens der Platzverwaltung gibt.
  • Hunde haben in Vorzelten/Zelten von anderen Campern nichts zu suchen. Achtet darauf, dass eure Hunde nicht aus der Parzelle abhauen, wenn sie unbeobachtet sind.
  • Der Lärmpegel sollte niedrig gehalten werden. Klar wird hier und da mal gebellt… Dauerbellen ist aber ein NoGo.
  • Hinterlassenschaften sollten grundsätzlich immer eingesammelt werden.
  • Hunde sollten sich möglichst vor dem Betreten des Strands gelöst haben.
  • Nutzt den ausgewiesenen Hundestrand – nicht den normalen Strand!
  • Am Strand sollten die Hunde nur von der Leine gelassen werden, wenn der Platzwart hiermit einverstanden ist. Es sollte dennoch Rücksicht auf alle anderen Strandbenutzer genommen werden.
  • Hunde gehören nicht in Waschhäuser und Toiletten. Geht abwechselnd zur Toilette oder bittet Platznachbarn kurz auf den Hund aufzupassen.
  • Ein Hund hat bei hohen Temperaturen nichts im Auto zu suchen – genauso wenig übrigens wie im Zelt. Bei 20 Grad Außentemperatur werden es im Zelt auch mal schnell 40 Grad…

Wenn ihr diese Regeln beherzt, habt ihr eigentlich bereits den wichtigsten Grundstein für’s Campen gelegt. Im zweiten Teil unserer kleinen Serie möchten wir euch dann noch eine Packliste mit auf den Weg geben: was braucht man für so einen Campingurlaub mit Hund eigentlich alles?

Wir erzählen euch im zweiten Teil, was bei uns auf jeden Fall immer dabei ist…

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